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Seite 1 von 4 ![]() Der bekannte Quartettverein hat in seiner nunmehr 119 jährigen Geschichte stets zum kulturellen Leben in Bad Oeynhausen seinen Beitrag geleistet. Sicherlich wird sich schon manch einer gefragt haben, wie es zu dem Namen Quartettverein gekommen ist, denn der Chor besteht zur Zeit aus 48 aktiven Sängern. Zu der Namensgebung dürfte der Überlieferung nach zwei Ursachen eine Rolle gespielt haben. Einige Wochen vor der Gründung hatte ein Doppelquartett des Löhner Männerchores im “Trichter” - damals ein freistehendes Gebäude im Garten des Hohenzollernhofes-ein erfolgreiches Abendkonzert gegeben. Dies veranlaßte vier Oeynhauser Bürger dazu, in der jungen Badestadt ebenfalls einen Männerchor zu gründen. Wer diese vier Bürger waren, ist leider nicht überliefert, aber sie dürften unter den Gründern zu finden sein. Am 23.März 1889 trafen sich 12 Bürger aus Bad Oeynhausen im Hotel Lampe (später Hotel Victoria) und gründeten den Quartettverein Bad Oeynhausen. In der konstituierenden Sitzung fanden sich der Kaufmann Due, Salzamtssekretär Kirchstein, Gerichtssekretär Selhausen, die Kaufmänner Brockmann und Bergmann, Uhrmacher Niemeyer, Buchdruckereibesitzer Schulte, die Eisenbahnassistenten Schulze und Buchholz , die Lehrer Hecker und Joedt, und der Malermeister Schröder, um gemeinsam die Grundlage für eine Chorgemeinschaft zu schaffen. Als Vorsitzender wurde der Salzsamtssekretär Kirchstein gewählt. Jedem war klar, dass möglichst schnell weitere Sänger gewonnen werden mußten. Bereits 1891 zählte der Chor 21 aktive Mitglieder. Erster Dirigent war der Lehrer Großjohann, der zur Zeit der Gründung Chorleiter des Löhner Männergesangvereins war. Leider sind viele Unterlagen aus dem Vereinsleben während der langen englischen Besatzungszeit verloren gegangen, aber es ist zu vermuten, dass viele Impulse während der Gründerjahre aus dem Löhner Männerchor kamen. Schon 1892 schloss sich der Quartettverein dem Deutschen Sängerbund als Mitglied an und bekam dadurch Kontakt mit der damals größten bestehenden Sängervereinigung.MGV Quartett-Verein Bad Oeynhausen. e. V. Manche Klippe war noch zu überwinden, bis der junge Quartettverein sich als anerkannter kulturpflegender Verein in Bad Oeynhausen durchsetzen konnte. Bereits 1893 gab es ein vielbeachtetes Konzert zusammen mit dem Löhner Männer Gesangverein im großen Saal des Schützenhofes. 1894 veranstaltete der Quartettverein zusammen mit der Konzertsängerin Clara Schmidt und Mitgliedern der Fürstlichen Hofkapelle zu Bückeburg in alleiniger Verantwortung ein Konzert. Nun folgten in schöner Regelmäßigkeit Öffentliche Auftritte. Interessanterweise fand 1903 ein Konzert zum Besten der Hagelgeschädigten im Kreise Lübbecke statt, was auf ein verheerendes Unwetter schließen läßt, das unsere Region heimgesucht hatte. 1914 wurde das 25jährige Bestehen gebührend gefeiert, aber der Ausbruch des Weltkrieges I. warf seine düsteren Schatten voraus. 1915 veranstaltete der Chor unter dem Dirigat von Franz Großjohann bereits sein ”6. Wohltätigkeitskonzert zum Wohle der Hinterbliebenen im Feld Gefallender” zusammen mit der damaligen bekannten Konzertsängerin Kate Hahn aus Hannover. Aber nicht nur in Bad Oeynhausen trat der Chor in die Öffentlichkeit, er fuhr schon damals zu den Bundessängerfesten wie 1928 nach Wien, 1929 nach Gelsenkirchen und 1938 nach Breslau. Als der Quartettverein seinen 5o.Geburtstag feierte, war in der heimischen Presse zu lesen: ”Der Quartettverein ist aus der Geschichte der Stadt und ihrem kulturellen Leben nicht mehr fort zu denken. Viele, viele Male ist der Männerchor mit Konzerten von Niveau vor die Öffentlichkeit eines im Badeort doppelt kritischem Publikums getreten, hat zur Unterhaltung der Kurgäste beigetragen, sich zu wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt und seinen Teil zur Förderung und Erhaltung der kulturellen Belange der Stadt beigetragen.” Das zu diesem Anlass im großen Saal des Kurhauses veranstaltete Jubiläumskonzert unter der musikalischen Leitung von Arthur Hund wurde als musikalisches Ereignis gefeiert. Der vollzählige Chor 5o Sänger-, die Streicher des Schaumburg-Lippischen Streichorchesters aus Bückeburg und die Solistin Hilde Wesselmann aus Wuppertal -Barmen waren zum Bestreiten des Abends aufgeboten worden. Die Presse sprach von einer künstlerisch beachtlichen Veranstaltung, die volle Anerkennung verdient. Auch während des Weltkrieges II. wurden noch Benefizkonzerte zu Gunsten des Roten Kreuzes veranstaltet, aber da immer mehr Männer an die Front mußten, war eine aktive Chorarbeit nicht mehr möglich. Aber sofort nach Kriegsende gingen 16 Sänger daran, die Chorarbeit wieder zu aktivieren. Dies war unter den damaligen Gegebenheiten mit vielen Schwierigkeiten verbunden, u.a. lag das Vereinslokal im Sperrbezirk der englischen Besatzungsmacht. Ungeachtet der Zeitereignisse konnte aber bereits am 22. Mai 1949 wieder ein großes Konzert im Kurtheater gegeben werden. Als Mitwirkende konnten zwei Solisten und ein Streichquartett gewonnen werden. Die Presse bezeichnete das Konzert unter der Leitung von Wilhelm Behrens als gelungen. Wie eng die Chorgemeinschaft untereinander verbunden war, zeigt sicherlich ein Auszug aus dem Jahresprotokoll von 1949: ”Der letzte Tag des Jahres brachte eine besondere Überraschung. Unser Sangesbruder Hugo Ring kehrte aus russischer Gefangenschaft zurück und konnte froh bewegt mit uns das neue Jahr begrüßen”. Als 195o die musikalische Leitung des Chores von Herbert Tilker übernommen wurde, zählte der Quartettverein bereits wieder fast 6o aktive Sänger. Unter seiner Leitung konnte der Verein bald wieder sein altes Niveau unter Beweis stellen, als 1951 ein Chorkonzert unter der Sopranistin Margot Guilleaume vom NDR veranstaltet wurde. Es folgten nun in schöner Regelmäßigkeit Öffentliche Konzerte, die stets eine große Resonanz im Publikum fanden. Dank der unermäßdlichen Arbeit der Vereinsvorsitzenden Flame, Ostermann und Mühlmeier und dem Kapellmeister Tilker hatte der Quartettverein wieder Anteil am kulturellen Leben der Stadt. Ob mit Vorträgen neuen Liedgutes von Quirin Rische, Walter Rein oder Otto Siegl, oder ein gemeinsames Konzert mit Oeynhausens berühmten Sohn, Kammersänger Prof. Walter Ludwig, der Quartettverein beschritt stets neue Wege. Die großen Karnevalsfeste in den 6oiger Jahren waren Auftritte ganz anderer Art und erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit. Auch Solisten aus den Reihen des Chores wie die Quartettis, bestehend aus den Sängern Stibbe, Walter, Böhme und Saßmannshausen sorgten für eine gute Presse. Nachdem der jahrelange Leiter des Chores Kapellmeister Tilker in den Ruhestand trat, übernahmen für kurze Zeit Heinz Keinemann und Friedrich Stibbe die Chorleitung. |
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 15. Februar 2010 ) | ||||||
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